Wiedererrichtung der Standbilder und Denkmäler der Konföderierten 2025
Donald Trump hat Mitte Juni 25 angeordnet, alle Standbilder und Denkmäler wieder aufzustellen, die die Helden der Konföderierten im Bürgerkrieg ehren. Das betrifft die Anführer der Südstaaten, die im Sezessionskrieg von 1861 bis 1865 für die Erhaltung der Sklaverei kämpften. Deren Denkmäler wurden in den USA während der Black-Lives-Matter-Bewegung größtenteils entfernt. Weiter plant Trump, Kasernen und Militärstützpunkte der US-Streitkräfte erneut mit den Namen von Südstaaten-Militärs zu versehen. In den vergangenen Jahren wurden solche Umbenennungen vorgenommen, weil man keine Offiziere mehr ehren wollte, die gegen die Grundwerte der USA kämpften.
Kommentar von Irvin Weathersby Jr. zu dieser Vorgehensweise
Die Süddeutsche hat im Juni Irvin Weathersby Jr., Professor für kreatives Schreiben am City College of New York und am Queensborough Community College, zu diesem Vorgehen interviewt. Weathersby Jr. ist der Verfasser des Buches „In open contempt – confronting white supremacy in art and public space“ in dem er sich mit der Geschichte des Rassismus in der amerikanischen Kunst- und Kulturgeschichte auseinandersetzt.
«SZ: Was halten Sie von Donald Trumps jüngster Aktion, Kasernen nach Generälen und Offizieren der Konföderierten zu benennen?
Irvin Weathersby Jr.: Diese Umbenennungskampagne zeigt, wie aufgeheizt die Stimmung ist und wie besessen Trump davon ist, sich an seinen vermeintlichen Feinden zu rächen. Das Problem bei diesem Ansatz ist, dass er die Öffentlichkeit in den Diensten seiner persönlichen Ressentiments gefährdet. Immer wieder beweist er uns, dass er ein unverbesserlicher Nichtkenner der Geschichte ist, was offen gesagt peinlich ist. Selbst die verklemmte Idee, unbedeutende Militärpersönlichkeiten, die denselben Namen wie Konföderierte tragen, als Namensgeber heranzuziehen, um das Erbe der weißen Vorherrschaft wiederzubeleben, ist beschämend und kindisch. Sie steht auch im Widerspruch zu seiner Begründung für eine 45 Millionen Dollar teure Militärparade an seinem Geburtstag, mit der angeblich das 250-jährige Bestehen der US-Armee gefeiert werden soll. Wenn wir an den Mut und die Siege des Militärs erinnern wollen, warum sollten wir dann auch Konföderierte feiern, die gegen unser Land gekämpft haben und die, um es mit seinen Worten zu sagen, „Verlierer“ sind? Nichts davon ergibt Sinn und zeigt einmal mehr: Wir haben einen irre rücksichtslosen Narzissten gewählt.» Link
Im Widerspruch dazu steht nun auf der Webseite des Weissen Hauses:
«The Secretary of the Interior shall:
(i) determine whether, since January 1, 2020, public monuments, memorials, statues, markers, or similar properties within the Department of the Interior’s jurisdiction have been removed or changed to perpetuate a false reconstruction of American history, inappropriately minimize the value of certain historical events or figures, or include any other improper partisan ideology;» Link
Die ursprünglichen Standbilder und Denkmäler zu den «Helden der Konföderierten» wurden in ihrer grossen Mehrheit lange nach dem Ende der Sklaverei und in der Zeit der Rassentrennung errichtet, 1890 – 1940. u.a. der Hochzeit des Ku Klux Klans. So wurden die meisten von den «United Daughters of the Confederacy» gebaut. Die Statuen sollten ihre gefallenen Vorfahren zu ehren und die Schwarze Bevölkerung zur Unterwerfung zwingen.