Restitution – Kamerun – Ngonnso – Unterrichtsmaterial

Wer ist Ngonnso?

Ngonnso und Raubkunst aus Kamerun in deutschen Museen

Ngonnso ist die Stammutter der Nso in den Graslandschaften Kameruns. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelangte eine bedeutende Skulptur dieser Figur nach Deutschland.

Die Nso, die in den Graslandschaften im Nordwesten des heutigen Kamerun leben, betrachten Ngonnso als ihre Stammmutter. Die Gründungsmythen dieser Region drehen sich um drei Geschwister. Aufgrund von Machtstreitigkeiten soll Ngonnso mit ihren Brüdern Nchare Yen und Nditam den Hof ihres Vaters in der historischen Stadt Rifem in der Region Tikar verlassen haben. Sie zogen nach Süden und Westen und gründeten die mächtigen Reiche Nso‘, Bamum und Mbam. Ngonnso‘s Sohn soll Ende des 14. Jahrhunderts der erste Fon des Volkes der Nso‘ gewesen sein. Da die Herrscher in dieser Region Fon genannt werden, ist es angemessener, von einem Fonreich als von einem Königreich zu sprechen.

Während der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun von 1885 bis 1916 wurden zahlreiche Kulturgüter – teilweise unter Anwendung von Gewalt – enteignet und nach Deutschland gebracht. Eine aktuelle Studie der Université de Dschang und der Technischen Universität Berlin zeigt, dass sich noch immer 40.000 Objekte der materiellen Kultur Kameruns in deutschen Museen befinden. Darunter befindet sich auch eine Figur der Ahnenmutter Ngonnso‘. Link

Unterrichtsmaterial zu Ngonnso

Antikoloniale Visionen. Wie Bewegungen weltweit das Erbe des deutschen Kolonialismus herausfordern.

Seit Dezember 2025 ist die neue Lernplattform von der Initiative Perspektivwechsel e.V. online.

Auf der Seite ist vielseitiges Material zum Thema Raubkunst und Restitution im Zusammenhang mit der Ahnherrin Ngonnso der Fon in Kamerun zugänglich.

* Ein Comic: Geraubte Geschichte: Vernyuys Suche auf den Spuren der Ngonnso

* Eine Chronologie: Der Kampf um Ngonnsos Rückgabe

* Ein Video-Interview: Video-Interviews mit Sylvie Vernyuy Njobati

* Für Lehrkräfte: Ausführliches Zusatzmaterial zu Ngonnso selbst aber auch zum Thema Raubkunst, Restitution und deutscher Kolonialismus.